Startup of the Month: AWARE7 (Mai 2020)

  • IT-Security
  • Veröffentlicht am: 19.05.2020
Startup of the Month: AWARE7 (Mai 2020)

Das Cybersecurity-Unternehmen AWARE7 wurde vom ruhr:HUB zum Startup of the Month gekürt. Wir stellen es Euch vor.

Cyber Security Awareness ist das Spezialgebiet von AWARE7 aus Gelsenkirchen. Das im Januar 2019 von Matteo Große-Kampmann und Chris Wojzechowski gegründete Unternehmen wurde von unserem Partner ruhr:HUB zum Startup of the Month im Mai 2020 gekürt.

Im Interview gibt Euch Co-Founder Matteo Einblicke in die Arbeit von AWARE7 und wie das 17-köpfige Team mit der Corona-Krise umgeht.

Hi Matteo, welche Geschäftsidee steckt hinter AWARE7?

Die AWARE7 GmbH entwickelt Technologien und Produkte sowie Dienstleistungen, die zur Förderung, Steigerung und Erhaltung des IT-Sicherheitslevels dienen.

Durch die praktische Arbeit und die regelmäßige Veröffentlichung von wissenschaftlichen Artikeln gelingt es uns komplexe Betrugs- und Angriffsmethoden zu erklären um Unternehmen, Behörden und Personen zu schützen.

Was theoretisch klingt ist jedoch eine sehr praktische und vor allem spannende Tätigkeit.

Das, was Personen privat erleben, nämlich Betrug im Internet, spielt sich gerade in Unternehmen auf einem ganz anderen Level ab. Dabei kommen wir vor allem dann ins Spiel, wenn es um den präventiven Ansatz geht.

Wir haben also vorranging mit Organisationen zu tun, die im Bereich Cybersecurity einen neuen, modernen Weg gehen wollen, um langfristig für mehr IT-Sicherheit im Unternehmen zu sorgen.

Unsere Seminare, Workshops, Pentests und anderen Produkte heben sich von klassischen Produkten ab. Das kommt gut an.

Wie verdient Ihr damit Geld und wer sind Eure Kunden?

Vor der Coronakrise haben wir viele Dienstleistungen und Vorträge verkauft. Wir waren beim Kunden vor Ort und haben entweder Mitarbeiter*innen geschult oder Technologien und Netzwerke auf Ihre Sicherheit geprüft.

Unsere Kunden reichen dabei von der Hausverwaltung in Gelsenkirchen bis hin zu weltweiten Finanz- und Softwarekonzernen. Aus Live Hacking und Awareness Shows ergeben sich Folgevorträge- und Aufträge.

Um menschliche und technische Sicherheitslücken automatisiert im Unternehmen aufzudecken, zu verfolgen und im besten Fall zu schließen gibt es RISKREX – unsere Digital Risk Management Lösung. Mit der Software kann auch das Cyber Security Awareness Level im Unternehmen gemessen werden.

Wenn also jemand e-Learning Kurse zur Weiterbildung einsetzt, kann die Wirksamkeit dieser Maßnahme in Zahlen dargestellt werden. Es können Investitionen für IT-Security Projekte dargestellt werden. Ein mächtiges Werkzeug für alle Beteiligten.

Dabei sind e-Learning Kurse auch für den privaten Bereich höchstinteressant. Seit neuestem bieten wir deshalb den Security Campus an: Unsere e-Learning Plattform rund um das Thema „IT-Sicherheit“ für den Endverbraucher.

Von Grundlagen der „Sicherheit im Home Office“ bis zum Erlernen einer Programmiersprache kann auf dem Security Campus alles rund um das Thema Cybersecurity gelernt werden. Die Kurse werden auch im blended Learning Konzept angeboten.

Wir erreichen Unternehmen und die Mitarbeiter*innen so auf allen Ebenen und tragen zur Erhöhung der Cyber Security Awareness bei.

Wie ist die Idee entstanden?

Die Idee eine Firma zu gründen ist auf der it-sa 2018 entstanden. Chris und ich haben seit 2015 Forschungsbereiche am Institut für Internet-Sicherheit der Westfälischen Hochschule geleitet. Unter anderem auch den Bereich „Live-Hacking, Awareness und Penetrationstests“.

Auf der it-sa haben wir dann unseren damaligen Professor überzeugt und dann einen Monat später die AWARE7 gegründet. Das war eine ziemlich schnelle Abwicklung.

Wie finanziert Ihr Euch?

Wir sind in der Endphase einer Förderung durch das BMBF im Rahmen des Programms „StartUp Secure“. Neben dieser Förderung sind wir über unsere Umsätze finanziert.

Die Coronakrise zwingt uns aktuell dazu, die Umsatzströme weiter zu diversifizieren und digitalisieren. In diesem Prozess befinden wir uns aktuell.

Was treibt Euch an, Euch jeden Morgen aufs Neue ins Startup-Hustle zu stürzen?

Wir lösen für unsere Kunden echte Probleme. Technik und Menschen unter einen Hut zu bringen ist aus IT-Sicherheitssicht nicht trivial und wir bieten unseren Kunden viele Technologien, Dienstleistungen und Handlungsempfehlungen, um genau das zu erreichen.

Wir haben ein zielstrebiges, technisch versiertes, kreatives Team aufgebaut, mit dem wir in der Lage sind, unseren Kunden genau die Mehrwerte zu liefern die Sie brauchen. Egal ob über unsere Dienstleistungen, Produkte, Podcasts oder unseren sehr erfolgreichen IT-Security Blog, über den wir monatlich knapp 10.000 unique Visitors erreichen.

Darüber hinaus ist StartUp Hustle ist ein richtiges „Unwort“ ;-). Ich halte nichts davon, wenn jemand 24/7 nur über sein StartUp spricht und nur davon schwärmt was „für ‘ne geile Lösung“ da entwickelt wird.

Wer acht Stunden am Tag halbwegs effizient arbeitet, braucht diesen ganzen „24/7 hustle“ nicht. Klar gibt es Phasen, in denen als Verantwortlicher die acht Stunden nicht ausreichen und auch Nachtschichten gehören dazu. Aber das ist halt der Weg, der eingeschlagen wird, wenn das Unternehmen erfolgreich sein soll.

Einfach abschalten und mit der Familie, Freunden oder Kollegen über normale Dinge sprechen zu können sollte auf jeden Fall erhalten bleiben. So kommen trotzdem auch immer wieder neue Blickwinkel ins Unternehmen, wenn aufmerksam zugehört wird.

Ihr steht als Unternehmer noch am Anfang. Wer sind Eure Vorbilder und warum?

Ich musste jetzt auf jeden Fall erstmal die anderen SUOTM Interviews lesen, um zu schauen, was andere hier so schreiben. Tesla und Ruhrgebietsikonen habe ich behalten. Irgendwie ist das aber nicht so unser Ding glaube ich.

Chris und ich sind beide aus der Musikszene entwachsen, zwar aus völlig unterschiedlichen musikalischen Richtungen, aber in uns beiden ist eine ruhelose Do-It-Yourself Attitüde und der Drang „Sachen einfach zu machen, ohne groß darüber zu reden. Wird am Ende schon gut gehen“.

Wenn’s mal nicht so rund läuft, was ist Eure Krisen-Strategie?

Auch in Krisenzeiten müssen alle Themen offen angesprochen und kritisiert werden können. Wir glauben das eine klare Kommunikation mit allen entsprechenden „Stakeholdern“ das A & O für die erfolgreiche Überwindung einer Krise ist.

Der wichtigste Aspekt ist dabei Transparenz und Empathie. Andere Positionen und Meinungen nachzuvollziehen und sich in die Position der anderen Person hineinversetzen zu können sind jedenfalls wichtige Eigenschaften.

Das hat die Vergangenheit bereits gezeigt. So können viele Krisen und Konflikte bereits im Keim erstickt werden.

Wie geht ihr mit der aktuellen Corona-Krise um? Vor welche Herausforderungen stellt sie euch und was sind evtl. Learnings?

Die Umorganisation der Arbeit ins Home Office hat uns zum Glück nicht vor allzu große Herausforderungen gestellt. Wir waren schon immer als „Remote Work“ Unternehmen konzipiert. Allein schon aufgrund der erhöhten Reisetätigkeit.

In der Krise hat sich diese Strategie ausgezahlt. Natürlich haben wir aktuell mit Auftragsrückgängen zu tun. Wir nutzen die Zeit aber um unsere Produkte zu diversifizieren und beispielsweise e-Learning Kurse zu entwerfen, vorzubereiten, aufzunehmen und auf unserer eigenen Plattform anzubieten.

Wo steht Ihr gerade und was sind Eure nächsten Meilensteine?

Wir sind im letzten Jahr stark gewachsen und von drei auf 17 Mitarbeiter angewachsen. Im letzten Jahr haben wir es geschafft uns auf dem Cybersecurity Markt zu etablieren, speziell im Bereich der Cyber Security Awareness.

Wir wollen unser Team nun durch die Coronakrise führen und im Anschluss unsere Engagements weiter ausbauen. Dazu gehört vor allem die weitere Professionalisierung des Vertriebs.

Wieso habt Ihr den Titel „Start-up of the Month“ verdient?

Innerhalb eines Jahres, die Zeit in der wir nun auf dem Markt sind, konnten wir zeigen, dass wir unterschiedliche IT-Security Produkte entwickeln und auf einem hohen Qualitätsniveau auf dem Markt veröffentlichen können.

Dabei haben wir uns immer wieder neu erfunden, ohne unsere Wurzeln in der IT-Sicherheit zu verlieren. Mit dem Security Campus eLearning und RISKREX haben wir genau diesen Innovationsgeist auch in unsere zwei neuesten Produkte fließen lassen.

Hier geht's zum Startup-Profil von AWARE7.