Startup im Interview: semasquare

  • Smart Factory
  • Veröffentlicht am: 05.02.2020
Startup im Interview: semasquare

Das Bochumer Startup semasquare unterstützt Unternehmen auf ihrem Weg zur Smart Factory.

semasquare ist ein junges Data Science-Startup, das als Ausgründung aus der Hochschule Bochum entstanden ist. Mit seinem Service richtet sich das Gründerteam vor allem an produzierende, mittelständische Unternehmen. Im Startup-Interview erklärt Co-Founder Sebastian Grüter die Geschäftsidee und welchen Mehrwert das Startup seinen Kunden bietet.

Hallo Sebastian, Du bist Co-Founder von semasquare. Worum geht's in Eurem Startup?

Ganz einfach formuliert: Wir machen Daten nutzbar. Gestartet sind wir mit unserer Idee eines Datendolmetschers für Maschinen und IT-Systeme. Denn Kommunikation funktioniert über Sprache. Sprechen wir nicht dieselbe, können wir uns nicht verständigen. Das gilt auch für Maschinen und IT-Systeme.

Basierend auf dieser Grundidee bieten wir produzierenden Unternehmen z. B. die Möglichkeit einen besseren datenbasierten Überblick über ihre Produktionsprozesse mit Maschinen-, Betriebs- und Qualitätsdaten zu bekommen.

Darüber hinaus setzen wir Dienstleistungsprojekte um, die alle gemeinsam haben, dass wir für unsere Kunden Mehrwerte aus Daten schaffen.

Wer ist Eure Kernzielgruppe und was ist Euer Geschäftsmodell?

Unsere Zielgruppe sind KMUs, die Maschinen herstellen oder einsetzen. Wer noch Handzettel nutzt um Betriebsdaten zu erfassen oder selber nicht weiß, wie effektiv die Produktion läuft oder neue digitale Geschäftsmodelle anbieten möchte ist bei uns richtig. 

Wir beschaffen Maschinendaten und kombinieren diese mit relevanten Unternehmensdaten. Im einfachsten Fall lesen wir Zustandsdaten von Maschinen (An / Aus / Störung) und stellen diese einfach verständlich in einer Weboberfläche dar. Anschließend können wir die Daten mit anderen Daten aus ERP, MES oder anderen Systemen anreichern. 

Dadurch ist es möglich z.B. eine bessere Schichtplanung zu machen, Fehlerquellen zu entdecken und die Qualität der Fertigung zu verbessern. Mit unserer Lösung können Unternehmen auf Basis von Daten bessere Entscheidungen treffen. 

Wir bieten dementsprechend die Analyse von Daten bis zur serienreifen Entwicklung an. Dabei entwickeln wir zunächst einen ersten Prototypen und erweitern diesen dann agil. Dazu gehört die Datenaufnahme und die Aufbereitung in einer Weboberfläche bzw. automatisierte Weiterleitung in andere Systeme.

Euer Startup ist eine Ausgründung aus der Hochschule Bochum. Was hat Euch motiviert, Euer eigenes Unternehmen zu gründen?

Wir haben in unseren Berufslaufbahnen festgestellt, dass wir selber entscheiden wollen, wie und wann Dinge umgesetzt werden. Vorbilder sind andere Hochschulausgründungen wie z.B. Auktora oder Inzept3D. 

Unsere Motivation ist auch viel dabei entstanden, dass wir auf der Arbeit eigentlich immer wieder die gleichen technischen Probleme beheben mussten. Daraus ist dann letztendlich auch die Idee, Datenerhebung und Auswertung einfach zu machen, entstanden.

Wie finanziert Ihr Euch in der Startphase?

Wir sind derzeit durch START-UP-Hochschul-Ausgründungen NRW - EFRE.NRW gefördert. Das ist eine Förderung der Landesregierung wodurch wir bis Mitte 2020 an der Hochschule als wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Elektromobilität angestellt sind. Parallel bauen wir ein Finanzpolster über Dienstleistungsprojekte auf.

Erzähl ein bisschen was über das Gründerteam. Wer gehört dazu und was ist Euer Background?

Wir sind zu dritt. Sebastian Weigel hat im Bereich der Stahlmesstechnik gearbeitet und mehrere Jahre eine webbasierte Laborsoftware mitentwickelt. Durch mehrjährige Mitarbeit im Solarcar Team der Hochschule hat er zusätzlich Projektleitungserfahrung wie den Umgang mit Finanzen kennengelernt. 

Marius hat mehrere Jahre im Bereich der Fernwirktechnik wie auch im Bereich Smartmeter gearbeitet. Hier hat er gerade im Bereich der Infrastruktur sehr viele Erfahrung sammeln können und ist deshalb bei uns der Herr der Technik. 

Ich, Sebastian Grüter, habe mehrere Jahre im Bereich der Kunststoffextrusionstechnik (Kunststofffolien) gearbeitet und dort eine Visualisierung für die Maschine wie auch andere Produkte rund um die Maschinen entwickelt. Weiterhin habe ich bei einem anderen ehemaligen Startup aus Bochum, heute Territory Embrace, im Bereich Webentwicklung gearbeitet.

Was war für Euch als Gründer bisher die größte Herausforderung wie seid Ihr sie angegangen?

Die bisher größte Herausforderung war die Kundensuche, da wir hier auf ein Henne-Ei-Problem gestoßen sind. Unternehmen wollten ein fertiges Produkt, welches wir aber nicht liefern konnten, da wir dieses mit dem Kunden in einem Pilotprojekt marktgerecht entwickeln wollten. 

Wir haben dann erkannt, dass wir zunächst Anwendungsfälle für unsere technische Lösung brauchen Wir haben dann alle Veranstaltungen (Messen, Konferenzen, usw.) mit den Themen Digitalisierung und Smart-Factory sowie Startup-Veranstaltungen besucht. Wir haben den verschiedensten Menschen von unserer Idee erzählt und so ein Netzwerk aufgebaut. 

Im zweiten Schritt haben wir mit Hilfe des Lean Canvas Model die Anwendungsfälle mit dem größten Potential herausgesucht. Diese haben wir dann im Labor umgesetzt und zeitgleich nach Pilotkunden gesucht. So sind wir nun kurz davor mit den ersten Projekten zu starten.

Wo steht Ihr gerade, welche Erfolge habt Ihr schon gefeiert und was sind Eure nächsten Meilensteine?

Wir sind im Jahr 2017 mit unser ersten Ideenfindung gestartet. Haben dann einen Antrag für START-UP-Hochschul-Ausgründungen NRW - EFRE.NRW geschrieben und die Bewilligung im September 2018 erhalten. Seit Januar 2019 sind wir im Projekt beschäftigt. Wir haben aus unser Idee die ersten Anwendungsfälle erkannt und haben diese im Labor umgesetzt. 

Zeitgleich setzen wir diverse Dienstleistungsprojekte im Bereich der Hardwarenahen und Webentwicklung um. Wir haben bisher viele kleine und auch ein größeres Projekt an dem wir derzeit arbeiten und ab Mai auch öffentlich kommunizieren dürfen. Zudem haben wir im September unseren ersten Mitarbeiter Julian eingestellt und suchen auch schon weitere Mitarbeiter.

Hier geht's zum Startup-Profil von semasquare.