Startup of the Month: izinto

  • IoT
  • Veröffentlicht am: 02.04.2020
Startup of the Month: izinto

Bei izinto aus Recklinghausen dreht sich alles um IoT. Das dreiköpfige Gründerteam wurde von unserem Partner ruhr:HUB zum Startup of the Month im April 2020 gewählt.

Im Interview erklären die drei Gründer Michael Hülsmann, Stefan Kirchberg, Stephan Widera, mehr zu ihrer Geschäftsidee und speziell auch zu ihrem ersten großen Hardwareprodukt, an dem sie gerade arbeiten.

Was ist die Geschäftsidee hinter izinto?

Wir unterstützen unsere Kunden mit Know-How im Bereich „Internet of Things“ (IoT), speziell im technischen und industriellen Bereich. Das geht von der Sensorik und dem Retrofitting, also der Nachrüstung bestehender Anlagen, über die meist funkbasierte Übertragung bis hin zur Auswertung, Darstellung und Weitergabe an vorhandene kundeneigene Systeme. Wenn nötig, entwickeln wir auch Hardware und Software.

Wie verdient Ihr damit Geld und wer sind Eure Kunden?

Wir stehen damit auf zwei Standbeinen – zum einen der Beratungsbereich, zum anderen Entwicklung und Verkauf unserer Hardware. Das ist ein gutes Paket, an dem momentan besonders Stadtwerke, Energieversorger und Entsorger interessiert sind. Wir legen besonderes Augenmerk auf den KRITIS-Bereich, also auf die Betreiber kritischer Infrastrukturen. Zunehmend haben wir jetzt aber auch Kontakte zu Industriekunden.

Wie ist die Idee entstanden?

Wir haben uns im Umfeld des Chaos Computer Clubs Recklinghausen kennengelernt. Dort sind Leute mit IT- und sonstiger technischer Expertise unterwegs, die aber auch die gesellschaftlichen Auswirkungen der Technik im Blick haben. Als vor einiger Zeit die Funktechnik LoRaWAN aufkam, mit der sich Daten sehr kostengünstig und energieeffizient über weite Strecken übertragen lassen, entstand über mehrere Zwischenschritte schließlich die izinto GmbH, die wir zu dritt gegründet haben.

Wie finanziert Ihr Euch?

Bisher kommen wir ohne Fremdfinanzierung aus, wodurch wir ein hohes Maß an Unabhängigkeit bewahren können. Das macht uns flexibel.

Was treibt Euch an, Euch jeden Morgen aufs Neue ins Startup-Hustle zu stürzen?

Das Thema ist nach wie vor spannend, auch wenn jetzt viele nicht-technische Aspekte hinzugekommen sind. Wir sind alle aus dem technischen Bereich – Michael ist Chemieingenieur und IT-Sicherheitsfachmann, Stephan ist Elektroingenieur und Elektronikspezialist, Stefan ist Informatiker und Softwareentwickler. Wir lernen ständig voneinander und auch gemeinsam neue Dinge.

Ihr steht als Unternehmer noch am Anfang. Wer sind Eure Vorbilder und warum?

Konkrete Vorbilder haben wir keine. Wir sind aber alle keine Verfechter des Turbokapitalismus, sondern streben ein nachhaltiges Geschäftsmodell an.

Wenn’s mal nicht so rund läuft, was ist Eure Krisen-Strategie?

Echte Katastrophen gab es zum Glück bisher nicht, bei kleineren Problemen raufen wir uns jedesmal wieder zusammen und finden einen Konsens. Wahrscheinlich passen wir charakterlich ganz gut zusammen – genug Gemeinsamkeiten, aber auch die nötigen Unterschiede.

Wo steht Ihr gerade und was sind Eure nächsten Meilensteine?

Wir arbeiten gerade daran, unser erstes großes Hardwareprodukt izi-io, eine LoRaWAN-Erweiterungsbox für Industriesteuerungen (SPS), in die Serienproduktion zu skalieren. Übrigens wird das eine Open Source Hardware, d.h. die Schaltpläne sind frei verfügbar. Das Design ist auf Langlebigkeit ausgelegt. Außerdem zwingen wir unseren Kunden keinen „Vendor Lock-in“ auf, etwa durch den Umweg über eine eigene Cloud. Das bietet ihnen die Sicherheit, dass sich die erworbene Hardware in jedem Fall dauerhaft weiternutzen lässt.

Wieso habt Ihr den Titel „Start-up of the Month“ verdient?

Wir denken, wir haben eine spannende Geschäftsidee mit einem hochdynamischen Thema. Und wir sind gerade dabei, mit dem dazu gegründeten Unternehmen Fahrt aufzunehmen.

Hier geht's zum Startup-Profil von izinto.